SITUATION DARMSTADT

KÜCHENBIOABFÄLLE IN DER FALSCHEN TONNE

Die flächendeckende Sammlung von Bioabfällen aus Haushalten über die Braune Tonne (Biogut) wurde in der Stadt Darmstadt bereits im Jahr 1991 eingeführt. In der Küche und auf den Grundstücken anfallende Gartenabfälle (Grüngut) sollen über die Braune Tonne erfasst werden.

Leider landet immer noch ein Großteil der biologisch nutzbaren Küchenabfälle in den Restabfallbehältern (Graue Tonne). Und genau das sollte nicht sein. Neben dem ökologischen Schaden durch die Nichtnutzung des biologischen Abfalls, entstehen bei der Verbrennung vermeidbare Mehrkosten, denn der Bioabfall enthält einen hohen Wasseranteil, was sich bei der Verbrennung nachteilig auswirkt.

Momentan werden in der Stadt Darmstadt jährlich rund 90 kg Bioabfälle (Küchenabfälle + Grüngut) pro Kopf über die Braune Tonne gesammelt und auf der Anlage in Kranichstein kompostiert. Insgesamt werden so jährlich Bioabfallmengen von 13.000 – 13.500 Tonnen erreicht. Damit sind die Sammelergebnisse, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt, leicht unterdurchschnittlich.

Der Anteil des Grünguts (von Gartengrünabfällen) am Input der Kompostierungsanlage ist vergleichsweise sehr hoch. Dies ergibt sich aus regelmäßigen Sichtungen der angelieferten Biotonneninhalte auf der EAD Kompostierungsanlage, aber auch die relativ niedrigen Salzgehalte (= löslichen Nährstoffgehalte) der erzeugten Komposte deuten daraufhin. Das ist ein für den städtischen Raum untypisches Ergebnis. Meist ist gerade der Anteil von Küchenabfällen am Gesamtinput von Kompostierungsanlagen in den Städten (bedingt durch die Bebauungsstruktur) deutlich höher.

Eine Hausmüllsortieranalyse in 2011 ergab, dass die organischen Stoffe im Restabfall (also in der grauen Abfalltonne) – trotz des Vorhandenseins der Braunen Tonne – die größte Fraktion darstellte. Innerhalb der in Darmstadt untersuchten 4 Gebietsstrukturen schwankte der Gewichtsanteil an verwertbarer Gesamtorganik in den Grauen Tonnen zwischen 20,3 und 37,6 %.

Einen möglichst großen Anteil dieser Fehlbefüllungen wollen wir mit unserer Mülllinchen-Kampagne künftig verhindern.